Wie ein klar strukturiertes Tool in Change-Projekten für Klarheit, Engagement und gegenseitiges Verständnis sorgt, lesen Sie hier.
Das Chaos in der Küche – oder im Change
Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einer Küche mit acht Leuten, die alle „das perfekte Abendessen“ kochen wollen. Einer greift nach dem Pasta-Topf, eine andere würzt schon mal den Salat, zwei stehen mit verschränkten Armen da und diskutieren, ob man nicht lieber grillen sollte. Alle sind motiviert und doch entsteht Durcheinander, weil jeder und jede unterschiedliche Ideen zum gemeinsamen perfekten Abendessen hat.
So ähnlich ist es oft in Veränderungsprojekten: Das Ziel ist scheinbar klar, die Wege dorthin könnten unterschiedlicher kaum sein. Die einen fordern mehr Struktur, die anderen wünschen sich Freiraum und Kreativität. Manche wollen Tempo, andere bremsen, um sortieren zu können.
Change Management Beratung: Perspektiven sichtbar und nutzbar machen
Das Tool „Die Lage der Dinge“ aus unserer Change Management Beratung setzt genau hier an. Es bringt unterschiedliche Perspektiven auf den Tisch, schafft ein gemeinsames Bild und leitet daraus realistische, gemeinsam getragene Maßnahmen ab. Dabei geht es nicht darum, alle Unterschiede aufzulösen, sondern sie sichtbar und nutzbar zu machen.
Workshop Moderation, die Vielfalt zulässt
Bei flow consulting glauben wir nicht an die eine richtige Sichtweise. In einem guten Workshop geht es darum, unterschiedliche Wahrnehmungen zu hören, Komplexität zuzulassen und daraus ein Bild zu formen, das von allen mitgetragen wird.
„Die Lage der Dinge“ ist dafür ideal:
- Es verbindet Rückschau und Zukunftsplanung.
- Es lässt Emotionen wie Stolz, Bedauern, Hoffnungen und Befürchtungen bewusst zu.
- Es fördert Verständnis zwischen Abteilungen und Hierarchieebenen.
Das Ergebnis ist kein glattgebügelter Konsens, sondern ein belastbares Fundament für den nächsten Umsetzungsschritt.
Praxisbeispiel: Ein ehrliches Bild entsteht
Ein mittelständisches Tech-Unternehmen hat vor einem Jahr ein agiles Projektmanagement eingeführt. Von der anfänglichen Euphorie ist heute nicht mehr viel zu spüren.
Im Workshop „Die Lage der Dinge“ passiert Folgendes:
- Auf der Pinnwand sammeln sich Karten:
„Teams arbeiten heute selbstständiger“ steht neben „Seit dem Führungswechsel fehlen klare Prioritäten“. - In Kleingruppen wird notiert: Stolz auf erfolgreich abgeschlossene Projekte, aber auch Bedauern über lange Entscheidungswege.
- Hoffnungen auf eine effizientere Zusammenarbeit stehen gleich neben der Befürchtung, dass die Meetingflut noch zunimmt.
Das Bild ist bunt, vielschichtig und nicht konfliktfrei, aber es ist echt. Aus diesen Unterschieden werden mit Hilfe der Workshop Moderation gemeinsam Verhaltensregeln abgeleitet, z. B. „Entscheidungen werden durch GF innerhalb von 48 Stunden kommuniziert“ oder „Der Steuerkreis priorisiert maximal drei Projekte gleichzeitig.“
Am Ende stehen nicht nur Maßnahmen, sondern auch ein neues gegenseitiges Verständnis, das die Umsetzung trägt.
9 Schritte zu neuem Schwung im Veränderungsprojekt
- Einstieg & Input
Führung schildert den Stand, beantwortet Fragen. - Lage erfassen
Status quo in drei Stichworten, gesammelt & geclustert. - Stolz & Bedauern
Was lief gut, was würde man heute anders machen? - Hoffnungen & Befürchtungen
Blick in die Zukunft: Erwartungen & Sorgen. - Präsentation & Diskussion
Ergebnisse vorstellen, Unterschiede würdigen. - Verhaltensregeln entwickeln
Handlungsprinzipien formulieren. - Priorisieren
Wichtigste Regeln & Maßnahmen auswählen. - Eigenen Beitrag definieren
Konkrete Beiträge jeder Person benennen. - Maßnahmenliste & Präsentation
Maßnahmen sortieren & der Führung zeigen.
Warum das Tool funktioniert – aus Sicht der Change Management Beratung
- Wir nutzen vielfältige Perspektiven, statt Meinungen zu glätten.
- Komplexität wird anerkannt, statt vorschnell zu vereinfachen.
- Statt Verantwortung nur „nach oben“ zu schieben, wird sie verteilt.
- Echte Beteiligung steigert das Change Engagement.
Außerdem: Das Tool „Die Lage der Dinge“ bleibt nicht bei der Analyse hängen, sondern unterstützt die Beteiligten dabei, wieder ins Handeln zu kommen.
Fazit
„Die Lage der Dinge“ ist ein kompaktes, wirkungsvolles Instrument der Change Management Beratung und unterstützt eine gelungene Workshop Moderation.
Es hilft, aus einem diffusen „Wir müssten mal…“ ein klares „Wir machen jetzt…“ zu formen, und zwar gemeinsam.
Jetzt sind Sie gefragt: Was bedauern Sie bei Ihrem aktuellen Veränderungsvorhaben? Worauf sind Sie stolz? Was sind Ihre Hoffnungen und Befürchtungen? Und: Wie sehen das die anderen Beteiligten? Probieren Sie „die Lage der Dinge“ mit Ihrem Tool aus oder lassen Sie es meine flow-Kolleginnen und Kollegen oder mich moderieren…
Herzliche Grüße
Ihre Silke Engel
Mehr zu diesem und vielen weiteren praxiserprobten Tools finden Sie in unserem Buch Toolbox Leading Change. Für alle, die Veränderungen wirksam gestalten wollen.
Bild: Quelle pixabay: AI ARTIST KING, 2025-08-28

