Kein Geld, kein Glück, kein Sprit – die perfekte Lektüre für den nicht-perfekten Sommer
Heinz Strunk in Hannover – ausverkauft, versteht sich. Der Abend hatte alles: Musikeinlagen, Lesungen, und das typische Strunk-Gefühl, ob man gerade lachen oder leise zusammenzucken soll. Meistens beides. Hier ist mein Sommerlektüren-Tipp für Sie.
Ich lese die Bücher von Strunk seit Fleisch ist mein Gemüse. Ich habe nicht nur Der goldene Handschuh und Zauberberg 2 verschlungen, sondern jetzt auch sein neues Buch. Die Unterschiede zwischen seinen Werken sind riesig und doch kriegt er mich jedes Mal aufs Neue.
Klein, aber oho
Mit Kein Geld Kein Glück Kein Sprit legt Strunk einen Erzählband vor, der 2025 mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 192 Seiten, Kurzgeschichten und Kürzestgeschichten. Wie ich finde: perfekt für den Sommer. Kein Wälzer, der einem am Strand auf’s Gesicht fällt, sondern Texte, die man zwischendurch lesen kann. Manche sind in Minuten durch, andere lassen einen tagelang nicht los.
Drin: Rentnerpaare, die sich am Fischbuffet im Luxusresort bekriegen. Ein Schönheitschirurg, bei dem man besser nicht unter das Messer gerät. Menschen, die einfach nur durchkommen wollen und es irgendwie schaffen.
Albern und schwermütig – ein seltenes Talent
Der Spiegel schrieb am 8. August 2025: Strunk könne „albern sein wie kein Zweiter, aber auch schwermütig wie niemand sonst“. Genau das. Seine Figuren sind Verlierer und Versehrte, aber Strunk behandelt sie mit stiller Würde. Man lacht über sie und merkt einen Moment später, dass man über sich selbst lacht.
Fazit
Kein Geld Kein Glück Kein Sprit ist das ideale Buch für einen Sommer, der nicht immer perfekt sein muss. Manchmal regnet es, manchmal ist der Sprit alle. Dann liest man Heinz Strunk. Und plötzlich ist (zumindest meine) Welt ein kleines bisschen komischer und erträglicher als zuvor.
Ich wünsche Ihnen richtig viel Spaß beim Schmökern und einen tollen Sommer
Buchcover: Rowohlt Verlag
