Welche Entwicklungen zeichnen sich im Innovationsmanagement ab? Wir haben mit Dr. Søren Salomo, Professor for Technology- and Innovation Management (TU Berlin), diskutiert und einige seiner Thesen für Sie zusammengefasst.

Wozu Innovationsmanagement?

Eine Idee ist noch keine Innovation und eine einmalige Innovation macht aus einem Unternehmen noch kein innovatives Unternehmen. Die Aufgabe des Innovationsmanagements ist es, die Fähigkeit des Unternehmens zu permanenter Innovation sicherzustellen. Seit einigen Jahren gibt es Bestrebungen, diesen Prozess zu standardisieren.

ISO 56002:2019

Darstellung ISO 56002:2019; Grafik nach Plattform für Innovationsmanagement (PFI)

Das Modell ermöglicht neben der Steuerung von innovativen Prozessen, deren Erfolgsfaktoren frühzeitig zu identifizieren und eine kontinuierliche Innovation in den Unternehmen zu fördern.  

Nachhaltigkeit integrieren

Innovationsmanagement hat in der Vergangenheit vor allem den ökonomischen Erfolg von Innovationen in den Mittelpunkt gestellt. Aber nicht erst durch die Fridays for Future-Bewegung wird deutlich, dass jüngere Generationen immer mehr Wert auf nachhaltiges Denken und Handeln legen. Prof. Dr. Salomo stellt in der Arbeit mit Studierenden eine zunehmend kritischere Haltung gegenüber ‘nicht-nachhaltigem’ Verhalten fest. Er geht davon aus, dass Nachhaltigkeit im Sinne von ‘sustainability’ sowie soziale Innovationen integriert werden müssen.

Ausführlich beleuchtet diesen Aspekt übrigens auch die Fachzeitschrift ZOE (15.01.2019, Heft 01, Seite 24 – 31, ZOE1290806) im Aufsatz ‚Innovating for Good – Wie Unternehmen ihren sozialen Mehrwert realisieren können’.

Digitalisierung – Daten als Innovation?

Nach Einschätzung von Salomo werden die sozialen Netzwerke in Zukunft ‚das Ohr’ zu den Bedürfnissen der Bevölkerung sein. In Bezug auf das Innovationsmanagement rät er daher: Hinhören, um latent vorhandene Möglichkeiten frühzeitig erkennen zu können! Die rasenden Fortschritte in der Datenanalyse unterstützen hier den Innovationsprozess. Gleichzeitig sind die Daten und ihre Verwendung die Innovation an sich. Sie ermöglichen es, Geschäftsmodelle schneller anzupassen und Prozesse agiler zu gestalten.

Der Mensch im Innovationsmanagement

Trotz Digitalisierung: Ohne Menschen funktioniert das Innovationsmanagement nicht. Aus Erfahrung von Salomo brauchen Unternehmen v. a. die Rolle des Prozess-Promotors, die zwischen Experten (Fachpromotor) und Sponsoren (Machtpromotor) vermitteln, die das Minenfeld der Organisation kennen und Klippen umschiffen können – plus sogenannter Relationship Promotoren, die als Netzwerker eine Zusammenarbeit über die Organisationsgrenzen hinaus ermöglichen.

Zugleich gilt es, bei der Steuerung von Innovationsprozessen die digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu rücken. Im Zusammenspiel von Mensch und Maschine stehen wir erst am Anfang. Eine Studie der RWTH Aachen zu den aktuellen Tendenzen im Maschinenbau zeigt, welche Gefahren bei Entwicklungsstillstand drohen und ermutigt zu mehr Investitionen in smarte Technologien. Lesen Sie dazu mehr im Fachartikel von Prof. Dr. Frank Piller.

Innovationsmanagement mit flow consulting

Wenn Sie mehr über die Diskussionsrunde mit und weitere Impulse von Prof. Dr. Salomo erfahren möchten, kontaktieren Sie uns einfach. Wir unterstützen Sie und Ihre Mitarbeiter gerne bei der Weiterentwicklung Ihres Innovationsmanagements

Übrigens: Ihre Kompetenzen in Bezug auf Innovationen können Sie mit unserem Feedback-Instrument ‚Future Skills for Leadership dynamic’ unter die Lupe nehmen. Wir freuen uns über Ihr Interesse.

Beste Grüße

Anneli Gabriel

Foto: pixabay