Vorgestern in Frankfurt am Main, Konferenzzentrum am Flughafen – jährlicher Round Table mit anderen Change Management-Experten. Tenor zur Geschäftslage: Das Jahr 2018 hat genauso „busy“ begonnen wie 2017 aufgehört hat und: Innovation ist DAS Thema!

Gestern in Celle, flow-Büro – erstes Treffen im Jahr mit den Kolleginnen und Kollegen. Tenor: siehe oben.

In den vergangenen zwei Wochen – Workshops oder Telefonate mit Kunden. Auch hier der gleiche Tenor.

Thema Nr. 1  in diesem und in den folgenden Jahren wird “Innovation” sein: Neue Produkte, intelligente Prozesse (und das auch wegen der Digitalisierung), zusätzlicher Service und so weiter – die Kunden verlangen es, der Wettbewerb schläft nicht, … Okay, dann scheint ja alles in Ordnung zu sein: Im neunten Jahr in Folge mit steigendem Wirtschaftswachstum sind alle „busy“ und sehen die Notwendigkeit zur Innovation. Doch halt! Wie geht das zusammen?

Zündende Ideen kommen meist unverhofft

Von dem Physiker und Erfinder der nuklearen Kettenreaktion Leó Szilárd wird eine schöne Geschichte berichtet: Er soll wartend an einer Ampel gestanden haben. Nach vielen erfolglosen Lösungsversuchen, die er rund um das Reaktionsproblem zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich hatte, brachte die Ampel endlich die Lösung: Als diese von Rot auf Grün sprang, sei ihm die zündende Idee mit der Kettenreaktion gekommen.

Aus der Psychologie wissen wir, dass gerade das Nicht-Fokussiertsein auf ein Problem zu wirklich neuen Ideen führt. Hätte Szilárd sich also anderweitig beschäftigt statt zu einfach nur zu warten, auf die Ampel zu schauen und im Hier und Jetzt die Gedanken schweifen zu lassen – er hätte kein Patent zur nuklearen Kettenreaktion verfasst. Aber womit hätte er sich an der Ampel auch ablenken sollen? Mit dem Smartphone schnell mal was zu den globalen Problemen der Neutronenphysik zu lesen, war 1933 noch schier undenkbar…

Wie also kommt das Neue in die Welt?

Auch dank Langeweile – nicht zu viel davon, das macht unglücklich. Doch ohne Langeweile, ohne ein „Warten im Nichts-Tun“ kommen wir weniger gut auf neue Einfälle. Wir müssen unserem Gehirn die Möglichkeit geben, Areale miteinander in neue Verbindungen zu bringen, um Wege abseits der routinierten Synapsen-Autobahnen zu bahnen. Das geht nur, wenn wir nicht ständig im Zustand „busy“ sind, sondern uns ganz bewusst auf das „boring“ einlassen.

Also: Bleiben Sie busy – und tauchen Sie mutig in Situationen des Wartens und Gedankenschweifens ein, um Neues in die Welt zu bringen. Langeweile ist, so Friedrich Nietzsche, „jene unangenehme »Windstille« der Seele, welche der glücklichen Fahrt und den lustigen Winden vorangeht.”

Übrigens: Wenn Sie bei dieser Gelegenheit für sich selbst prüfen möchten, wie gut Sie sich für das Thema “Innovationen vorantreiben” gewappnet fühlen. Die Selbsteinschätzung über unser Feedback-Instrument Future Skills for Leadership dynamic gibt Ihnen hierzu interessante Hinweise. Fragen Sie uns einfach danach.

 

Frank Wippermann

Foto: pixabay